Kollaborativer Bedarfsabgleich

Kurze Lieferzeiten und eine hohe Termintreue sind Anforderungen für beinahe alle produzierenden Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche und damit für das gesamte Produktionsnetzwerk. Zu geringe Kapazitäten im Netzwerk verlängern Lieferzeiten und erzeugen Engpässe. Gleichzeitig gehen Überkapazitäten mit vermeidbaren Kosten einher. Nur durch eine Abstimmung von Bedarf und Kapazität kann dieses Dilemma entschärft werden.

Eine Abstimmung über den Bedarfszeitpunkt und die benötigten Mengen im gesamten Produktionsnetzwerk erfolgt selten (bzw. nur durch langfristige, oft ungenaue und bilaterale Abnahmeverträge) und basiert auf Prognosen, nicht auf dem tatsächlichen Absatz. Häufig erfordert der tatsächliche Absatz angepasste Produktionsvolumen und von Zusagen abweichende Kapazitäten. Die Situation verschärft sich zusätzlich, wenn kurzfristige Aufträge umgesetzt werden müssen. Transparenz und Verbindlichkeit in der Supply Chain stellt sich dann erst durch kurzfristige Lieferabrufe ein. Zur Abhilfe beginnt heutzutage ein aufwendiger Prozess, bei dem – oftmals per Telefon, E-Mail oder Fax – versucht wird, Engpässe durch kurzfristige Kapazitätsanpassungen und teure Flexibilitäten aufzulösen. 

Das Potenzial durch die Digitalisierung des Planungs- und Abstimmungsprozesses mit Blick auf eine automatisierte, kollaborative und unternehmensübergreifende Planung ist enorm, setzt aber voraus, dass ein Liefernetzwerk mit den benötigten Diensten und Schnittstellen ausgestattet wird. Ein kollaboratives Bedarfs- und Kapazitätsmanagement integriert die Bedarfe bzw. Kapazitäten des Produktionsnetzwerkes in die rollierenden Planungen der Produktionsplaner.

Projektspezifische Ergebnisse, z. B. Demonstratoren oder Prototypen (Auszug)

  • Entwicklung eines Silicon Economy-Diensts zum kollaborativen Bedarfs- und Kapazitätsabgleich in Produktionsnetzwerken zwischen Produzenten und Zulieferern. 
  • Web-Anwendung für einen sichereren und vertrauensschaffenden Austausch von Bedarfsdaten und Lieferzusagen
  • Erarbeitung und Erprobung eines Use-Cases zur Demonstration

Beitrag zur Infrastruktur der Silicon Economy (Auszug)

  • Austausch der Informationen zwischen den Unternehmen über die International Data Spaces (IDS) zum Schutz der Datensouveränität mit offener Schnittstellendefinition
  • Modulare Architektur mit geeigneten Abstraktionsniveaus zur einfachen Umsetzung durch Unternehmen
  • Schnittstellen für (proprietäre) IT-Systeme in der Logistik

Kontakt

Emanuel Skubowius, emanuel.skubowius@iml.fraunhofer.de

Lara Kaufmann, lara.kaufmann@iml.fraunhofer.de